Bericht Aus Info 106, Juli 2001

Rügenclassics Oldtimer-Rallye

Bericht als "Word- Document" mit Farbfoto, 1,3 MB

von Birgit Kraft

Nachdem ich mich im letzten November in die Insel Rügen verliebt hatte, wagte ich einen erneuten Besuch mit meinem Spiti. Selbstbewusst und ohne sein eigentlich doch zu jugendliches Alter zu verleugnen, meldete ich mich zum ersten Mal bei den Rügenclassics an. Ich hatte schon so viel begeisterte Berichte einiger meiner Club-Kameraden gehört und so wollte ich endlich auch mal dabei sein.

Meine Lieblings-Rallye-Beifahrerin Jennifer konnte leider nicht mitkommen, da sie z.Zt. in China weilt. (Ja, die Töchter machen heutzutage die weiteren Touren!)
Also fuhr ich mit meiner Kollegin Ute, die auch ein Faible für Oldtimer aber keinerlei Rallye- Erfahrungen hatte.
Die Anreise erfolgte gut gelaunt bei strahlendem Sonnenschein, aber mit klopfendem Herzen ob das Auto wohl pannenfrei durchhält und Ute ihre starke Erkältung in den Griff bekommt.
Es sollte sich herausstellen, dass Auto, Beifahrerin und Wetter in tadellosem Zustand blieben. Dafür noch mal ein herzliches Dankeschön an Spiti, Ute und Petrus!

Der Start zur ersten Wertungsfahrt erfolgte in Binz. Dort beschnupperten sich alle Teilnehmer vorsichtig und eher zurückhaltend, aber stolz dabei zu sein. Die Kurpromenade, wo die Aufstellung der Fahrzeuge stattfand, war ein angemessener Rahmen für die ca. 70 Fahrzeuge, die von einer Vielzahl Touristen und sicher auch einiger Rüganer interessiert bestaunt wurden.

Die Spitis waren mit 4 Teams, alle vom heimatlichen Berliner Spitfire-Club doch recht gut vertreten. Neben den richtig alten Autos, z.B. Ford "T" Tin Lizzy Bj 1912, Ford A Coupe Bj 1931 oder DKW Monoposto Bj 1932,wirkten sie zwar etwas sehr modern, aber da waren noch andere Youngtimer, an deren Anblick man sich bei so einer Veranstaltung auch erst mal gewöhnen muss. Ich denke da an den Opel Rekord Bj 1973, den MB 350 SLC Bj 1973, oder den Volvo 284/TE Bj 1975 .

Mein Spiti durfte nun zum ersten mal in seinem Leben von einer Rampe starten, was mich sehr stolz machte. Dann hieß es den vorgegebenen Weg zu finden und viele mächtig schwierige Fragen zu beantworten. Am Abend trafen wir uns beim BBQ und es stellte sich heraus, dass wir das einzige Damenteam waren. Von der Rallye- Leitung wurden wir bei den Starts von nun an nur noch als "Dream-Team" vorgestellt. (Man musste ja auch etwas vom fehlenden Alter des Autos ablenken!)

Am zweiten Tag starteten wir von der Strandpromenade in Saßnitz, wieder unter Anteilnahme vieler Besucher. In die Rallye- Strecke war nun auch eine Zeitprüfung eingebaut, die uns unerfahrenen Mädels eine Menge Magenschmerzen bescherte, die wir dann aber doch gut bewältigten. Danach war allerdings relaxen in einem netten Restaurantgarten angesagt.
Leider war die Bedienung neu und nicht fähig unsere Eisbestellung entgegen zu nehmen, so dass wir eine Menge Kalorien sparen konnten. Überhaupt war dies das reinste Diät-Wochenende! Vor lauter Aufregung hatten wir kaum Appetit!

Am Abend gab´s ein schönes Lagerfeuer im Kunsthof Dargast, wo so manch einer zu tief ins Glas schaute und ich lernte, dass die richtig alten Autos keine Zündschlüssel haben, die man den alkoholisierten Piloten abnehmen könnte, sondern dass man ein anderes Auto vor den Monoposto stellt , damit der Volker aus Leipzig im Heu nächtigen muss! Er fuhr dann mit seiner "Zigarre" doch noch um 4 Uhr morgens ins Quartier zurück, "war aber bitterkalt!" (Zitat)

Am nächsten Tag (wir waren gut ausgeschlafen!!) stand noch mal eine Zeitwertung ins Haus. Wir waren ein bischen sehr vorsichtig und gaben uns 85 min für 37,4 km vor. Man weiß ja nie!
Kommentar des Starters: Kann man schaffen! (grölen wir heute noch drüber!) Ja- und im Ziel waren wir dann doch 27 sec zu langsam! Aber immerhin, obwohl viele auf die Sekunde genau ankamen, gab es auch genug Trödler die mehrere Minuten falsch lagen.
Danach war dann Kultur angesagt: Wir durften Proben der Störtebeker-Festspiele beiwohnen. Ein echtes Highlight dieser Tage! Werde mit Sicherheit zu einer der Aufführungen wiederkommen!

Am Abend dann die Abschlussveranstaltung beim Jagdschloss Granitz. Leider wurden nur die ersten 9 Sieger geehrt und beschenkt, denn Ute und ich glaubten unseren Au-gen nicht zu trauen: Wir haben Platz 10 belegt !!! Ein super Erfolg! (Dank an meine Telefonjoker!!)
Die anderen Spitis liegen auf Platz 3 (Manfred Röpke), Platz 14 und Platz haste nich gesehen. Alle aber schon öfters Teilnehmer dieser Rallye! Alles in allem eine gute Platzierung für die Berliner Spitfire.

Im nächsten Jahr hoffe ich auch noch andere Spitis dort zu treffen; auch wenn der Weg sehr weit ist, es lohnt sich wirklich die Insel kennenzulernen. Der Frühling bietet sich dazu regelrecht an und die Straßen (ausschließlich neuer glatter Belag!) sind wie gemacht für unsere Autos: Kurvenreich, viele tunnelartige Alleen, hügelig und ständig wechselnde Landschaften.
Und wenn es ein Motorrad Bj 1942 aus Österreich schafft, dann wird es doch den Spitis nicht zu weit sein?

Unsere Rückreise erforderte dann viel Geduld, denn es ist nicht einfach an einem Sonntag von der Insel zu kommen! Wir nahmen den besseren Weg über die Fähre, da brauchten wir nur 2 Stunden und 30 Minuten (wohlgemerkt: ab Stauanfang bis Festland!) Derweil hörten wir im Radio die Meldung : "Rügendamm 20km Stau".
Wir nahmen es gelassen, da uns bewusst war, später noch mehrmals im Stau zu stehen (Umgebung Berlins bietet sich da auch an!),und wir hatten ja eine Menge zu erzählen und zu lachen.
Also, als Tip für´s nächste Jahr: Montag zurückreisen, am besten noch einen Abstecher nach Berlin machen und bei unserem Club-Treffen vorbeischauen!
Zu guter Letzt muß ich natürlich noch anmerken, dass mein so heiß geliebtes Vierrad mich nicht geärgert oder im Stich gelassen hat! Obwohl ich mal wieder viele Angst-Schweiß-Perlen gelassen habe, war er doch sehr zuverlässig! Ok,-- die Hinterachse rattert (das Diff wird beobachtet), das Motorengeräusch auch, aber er hatte meines Erachtens auf den Landstraßen auch viel Spaß, was sich durch ein genüßliches Schnurren bemerkbar machte. Ich bin sowieso der Meinung dass dieses Auto nicht nur eine Seele sondern auch ganz verschiedene Stimmungen hat.

Schön, dass wir ihn in guter Stimmung halten konnten, aber ist das eine Frage bei zwei so netten, attraktiven, schlauen, charmanten, erfolgreichen, sich in den besten Jahren befindlichen, humorvollen und geistreichen Mädels (siehe unten) ??!

Also seid immer schön lieb zu euren Spitis und lest ihnen jeden Wunsch von den Scheinwerfern ab,
dann klappts auch mit dem Öldruck.

Birgit -767-

 

P.S.: Vielleicht schreib ich mal einen Bericht über die erstaunlich große Gepäckaufnahmefähigkeit eines Spitfires (Gepäck für zwei Frauen für fünf Tage plus Proviant! Ihr könnt euch nicht vorstellen was das für ein Volumen ausmacht, oder vielleicht doch?!)

 

 



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