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Iseo-Trip
Von Dieter Mirowsky


Mitte August fuhren die beste Ehefrau von allen und ich endlich mal allein mit dem Spitfire in den Urlaub. Unseren Tassilo gaben wir in die Obhut der Oma und gönnten uns ein paar Tage mit einer Rundfahrt um die oberitalienischen Seen. Geplant hatten wir Garda, Ledro, Iseo und Comer See, auch der Lago Maggiore sollte nicht fehlen.

Ohne uns groß Gedanken über unsere Schlafstätte zu machen, fuhren wir los. Doch als wir in der Gegend von Bozen langsam anfingen Quartier zu suchen, dämmerte uns, es würde nicht einfach werden an diesem 15. August, ein Feiertag in Italien. Ein Hotel in Trient hätte uns schon aufgenommen, aber es war mindestens so teuer wie hässlich und da suchten wir gern weiter.

Ein Anruf in unserer Stammalbergo in Ballino bescherte uns ein zufällig freies Zimmer und so kamen wir unverhofft zu prima Carpaccio und Pizza.

Am nächsten Morgen, strahlend schön, ließen wir den Gardasee links liegen und den Passo Croce Domini ansteuern. Nicht ohne vorher am Ledro See eine alte Burgruine zu erklimmen, die einen eindrucksvollen Blick auf das Tal offerierte.

Der Passo Croce Domini hat nicht nur einen klangvollen Namen, auch die Strecke hat es in sich. Bei wenig Verkehr war der Spiti richtig in seinem Element und so düsten wir gegen die Passhöhe.

Wir hätten alles erwartet, aber nicht, dass dort kurz vor dem Passsattel ein bunter Bauernmarkt stattfand. Die einheimische Urbevölkerung bot neben allerlei selbstgemachten Würsten, Käsen, Honig und so weiter auch allerlei nützliches wie Melkhilfen für Schafe, Sensen, Zaumzeug und alles was man für das Bergleben halt so braucht. Für ein paar Euro besorgten wir uns ein Picknick und fuhren weiter zum Iseo See. Drunten im Tal zog es sich, bis wir kurz vor Lonato an einem kleinen Bach endlich einen Picknickplatz fanden. Jetzt war es wirklich nicht mehr weit bis zum See.

Und der ist wirklich ein Prachtexemplar! Eingebettet in hohe Berge im Norden grenzt er im Süden an die italienische Tiefebene. Fast so wie der Gardasee, aber halt mit einer ganz anderen Atmosphäre! Direkt am Seeufer ging es gemütlich südlich nach Iseo. Dort gönnten wir uns ein Eis und beschlossen, eine Albergo zu suchen. Aber das war nicht so einfach. Wir hatten Mühe, überhaupt eine Pension zu finden! Erst nach etlichen Runden in Iseo fanden wir eine Albergo, die für eine Nacht noch ein Zimmer frei hatte.

Der Abendbummel in Iseo war durchaus vergleichbar mit dem Treiben am Gardasee, mit dem einzigen Unterschied, dass es keine Deutschen gab! Die Italiener machten hier Urlaub und das verlieh dem Ganzen ein viel angenehmeres Flair. Ein lauer Abend mit einem guten Drink in einer netten Bar am Hafen, ein Feuerwerk auf der gegenüberliegenden Seeseite, da waren wir wirklich in Urlaubsstimmung.

Uns so beschlossen wir am nächsten Morgen, die Seenrundfahrt vorerst nicht fortzusetzen, sondern noch eine Nacht dranzuhängen. Dies war zwar mit einem Umzug in ein anderes Zimmer verbunden, störte uns aber nicht.

Bergamo hieß das Ziel des nächsten Tages und nachdem wir mangels Stadtplan die Altstadt am falschen Ende suchten und natürlich nicht fanden, folgten ich einer Eingebung der Wegweisung "Alto citta" und prompt waren wir richtig. Zum Leidwesen Petras machten viele italienische Geschäfte, natürlich meist die schönsten Mode- und Schuhläden, auch gerade Urlaub. Mich störte es weniger, war doch das Ladevolumen des Spitis begrenzt.

Die Rückfahrt entlang der Südseite der Alpen zum Iseosee auf kleinen kurvigen Straßen war ein neuer Höhepunkt, der leider vom Ausfall der Instrumente getrübt wurde. Beim Halt stellte ich fest, dass die Blinker auch nicht mehr gingen, und klar, Hupe, Bremse, Scheibenwischer und Gebläse ebenso nicht mehr. Na gut, zum Fahren braucht man das alles nicht wirklich, vorausgesetzt, man ist allein unterwegs, und es regnet nicht.

Also Haube auf, die defekte Sicherung ausgewechselt und weiter sollte es gehen. Aber der elektrische Wurm hatte sich eingeschlichen. Die nächste Sicherung flog auch. Ratlos zog ich den Schaltplan zu Rate, stellte aber fest, dass der Fehler überall versteckt sein konnte.

Also, Haube zu, und wie gesagt, die meisten Dinge braucht man eigentlich nicht wirklich. Aber wenn der Verkehr dichter wird, kommt man sich doch ziemlich unhöflich vor, so ohne Blinker um die Ecke zu düsen, oder vor einer Ampel im Rückspiegel einen dicken Benz auf sich zukommen zu sehen, der nicht erkennt, dass man sich gerade im Verzögerungsmodus befindet.

Eine Tankstelle mit FIAT Werkstatt konnte auch keine passenden Sicherungen beisteuern, und die Werkstatt des ACI hatte nur die üblichen Flachsicherungen. Zu einem stolzen Preis, man hätte meinen können, die Sicherungsdrähte wären aus Gold.

Mit ein bisschen Basteln konnte ich die Sicherung einsetzen und endlich ging es weiter. Blinker, Bremse und Hupe (wichtig!) funktionierten wieder. Etwa 2 Minuten lang. Man konnte es sogar im fahrenden Auto hören: Patsch, und die Temperaturanzeige suggerierte wieder einen kalten Motor.

Entnervt fuhren wir erst mal baden. Trotz dem Ärger versäumten wir nicht, die grandiose Gegend zu genießen und freuten uns des Tages. Zur Rückfahrt zur Albergo setzte ich eine neue Sicherung ein und tatsächlich, sie hielt!!

Jedenfalls bis zum nächsten Morgen. Wegen dem Handikap cancelten wir die Weiterfahrt zu den anderen Seen und suchten eine kleine Straße nach Brescia. Unterwegs wieder Tankstop und Sicherungskauf. Zwischendurch lag ich immer wieder im oder unter dem Auto, und versuchte, die Stelle zu finden, die ungewollt den Saft auf Masse leitete. Vergeblich. Mal hielt die neue Sicherung 2 Sekunden, dann wieder 20 Minuten. Brescia erreichten wir nicht. Wir bleiben an einem großen Kleiderladen hängen und schleppten nach drei Stunden zwei große Tüten raus. Ich muss schon sagen, meine Frau hat wirklich Geschmack und weiß was mir steht und ich brauche. Letztendlich war es mein Outfit, das wir im Kofferraum verstauten und jeglicher Grund zum Lästern war im Keim erstickt.

Die Rückfahrt über noch kleinere Straßen führte uns auf fast 700 Meter Höhe und zu einer grandiosen Straße mit einem Wahnsinnsblick hinunter zum See. Spätestens hier fiel unser Entschluss, noch einen Tag zu bleiben.

Aber das elektrische Handikap blieb hartnäckig. Mein Versuch, wenigstens die Bremslichter in Gang zu bringen, bescherte mir einen kleinen Kabelbrand und einen verschmorten Bremslichtschalter.

Da gaben wir auf. Mit dem festen Vorsatz, nächsten Jahr wieder her zu fahren und den See wenigstens einmal zu umrunden, fuhren wir per Autobahn ins heimatliche Bayern. In der Garage versuchte ich dann nochmals den Grund für den Sicherungskiller zu finden, aber ohne Erfolg. Frustriert wurde der Wagen abgemeldet (im August!) und das weitere Vorgehen überlegt. Ich entschloss mich, bei Bongen einen kompletten Kabelbaum zu kaufen. Bei Conrad Electronik orderte ich zudem jede Menge Stecker und Kabel und legte alles erst mal in den Keller.

Im Frühjahr packte ich es dann an. Schließlich muss die Kiste zu Tenno ja laufen. Fünf Tage war ich beschäftigt, den alten Kabelbaum raus und den neuen mit all meinen zusätzlichen Installationen wieder reinzubauen. (Wilfried, der Kabelbaum war super! Alles hat perfekt gepasst, Danke!!)

Ich machte mir nicht mehr die Mühe, den alten Strang zu obduzieren, so wie der nach 33 Jahren aussah, war jede Fehlersuche zwecklos. Und ich war sicher, den Fehler mit dem alten Baum auf den Müll geworfen zu haben.

Dumm nur, dass man mit abgemeldeter Kiste nur zum TÜV fahren darf und nicht vorher ein paar Proberunden. So merkte ich erst auf der Fahrt zum Prüfer, dass Blinker, Bremslicht und Instrumente wieder ausgefallen waren.....

Ich war fassungslos. Mein Zeitpolster von einer Stunde war knapp, und ich fing wieder fieberhaft an zu suchen. 10 Sicherungen später steckte ich die Zuleitung zum Rückfahrschalter ab und der Fehler war gefunden!! Genau diesen Teil vom Kabelbaum hatte ich nicht ausgewechselt und ein gebrochenes Kabel scheuerte gelegentlich an Masse. Kleine Ursache, große Wirkung. Der TÜV Prüfer nahm es gelassen, ohne Rückfahrscheinwerfer gab's trotzdem die Plakette.

Und der Iseo See wird heuer sicher endlich ganz umrundet.......

 

Dieter




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